Eine mittelgroße Ortschaft, Mitte der 1930er Jahre. Eine scheinbare Normalität voller sozialer Zwänge und Nöte. Der Bahnhofsvorsteher Hudetz wird verehrt. Fremde und Zugezogene werden boykottiert. Dann die Katastrophe: Ein Schnellzug rast in einen Güterzug, es gibt Tote und Verletzte. Irgendetwas ist schiefgelaufen am Bahnhof. Wurde das Signal rechtzeitig auf Rot gestellt oder nicht?
Die Wahrheit interessiert fast niemanden. Wer Einwände hat, wird an den Pranger gestellt. Fragen von Moral und Schuld werden je nach Stimmungslage beantwortet. Aber das Eis ist dünn.
Ein Mord geschieht und wieder wendet sich das Blatt.
Horváths sezierender Blick ist immer noch brandaktuell:
Denn Wahrheitsverdrehungen und „Meinungsäußerungen“ haben auch heute wieder Hochkonjunktur.
Der Originaltext wurde in Zusammenarbeit mit Dramaturgin Barbara Altmann für Theater Apropos verdichtet und gekürzt. Wir hoffen, Herr Horváth verzeiht es uns!