Das inklusive Theaterprojekt Apropos wurde 1998 gegründet. Die Initiative dazu ging von Prof. Dr. Hans Lauter aus, dem damaligen Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar. Bereits 1980 hatte er Ariadne e.V., Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch erkrankte Menschen, gegründet, und war immer auf der Suche nach neuen Ideen für seine Patient:innen, also Menschen in einer „schwerwiegenden seelischen Lebenskrise“. Für das Theaterprojekt gewann er Anette Spola und Rudolf Vogel vom TamS Theater als Mitstreiter. Ausgangspunkt war die Idee einer Auszeit vom psychiatrisch bestimmten Alltag seiner Patient:innen, eine Form von Theater, das sie aus dem Sog des therapeutischen Kreislaufs befreien und ihnen stattdessen eine Möglichkeit zur Selbstentfaltung bieten sollte.
Anette Spola und Rudolf Vogel übernahmen die künstlerische Leitung, welche sie bis 2013 innehatten. Noch im Jahr seiner Gründung zeigte Theater Apropos die erste Produktion. Bis heute folgten viele weitere (sieben davon unter der Regie von Spola und Vogel). Die Theaterarbeit war stets mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung von künstlerischem Anspruch und professionellem Niveau verbunden. Von Herbst 2013 bis Sommer 2023 lag die künstlerische Leitung des Ensembles in den Händen des Komponisten und Theatermachers Anton Prestele. Gemeinsam mit der Gruppe hat er fünf Stücke auf die Bühne gebracht. Um die vielfältigen musikalischen Begabungen der Mitglieder von Theater Apropos zu fördern und einen Ausgleich für die pandemiebedingte Probensituation zu schaffen, erweckte Anton Prestele kurzzeitig die Musikgruppe The Sound of Theater Apropos zum Leben.
2019 übernahm Autor, Sprecher und Regisseur Burchard Dabinnus die künstlerische Leitung einer zweiten Gruppe und ab 2023 die Theaterregie für das gesamte Ensemble. Aktuell arbeitet er mit der stetig wachsenden Gruppe an seiner dritten Inszenierung, bei der er es abermals schafft, die Themen des Ensembles mit Feingefühl und Humor zu einem gemeinsamen Theaterstück zu verbinden.
Mittlerweile blickt Theater Apropos auf insgesamt 14 Produktionen zurück. Seit der Gründung des Theaterensembles wird dieses im Hintergrund von einem vielseitig ausgebildeten Team unterstützt. Mitarbeitende betreuen das Projekt sozialpädagogisch, arbeiten in der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Finanzierung des Projekts.
Hans Lauters Idee einer Auszeit, entstanden zu einer Zeit, in der von Inklusion noch kaum die Rede war, erwies sich als Volltreffer. Sie bietet allen Beteiligten genügend Raum, sich im Spielen selbst zu entdecken und auszuprobieren. Mit Freude und Engagement, befreit von jeglichem Therapieanspruch. Sie fördert die Entfaltung individueller Fähigkeiten und Möglichkeiten, sei es in Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ (2009), mit Eigentexten in „Ich bin anders“ (2019) oder in dem Musiktheaterstück „Großfeuer in Untergilching“ nach Karl Valentin (2022).
Von dieser Form von Inklusion profitieren nicht nur das Theater selbst und sein Publikum, sondern auch die Gesellschaft insgesamt, indem Berührungsängste abgebaut und Klischees über den Haufen geworfen werden, zu vorurteilsfreien Begegnungen auf Augenhöhe eingeladen und immer wieder zu neuen Sichtweisen angeregt wird.
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Wir freuen uns über mehr Inklusion, in allen Lebenslagen und -orten.
Und übrigens: Sie können das Theater Apropos mit einer Geldspende über Betterplace direkt unterstützen oder Fördermitglied bei unserem Trägerverein Ariadne e.V. werden.
